FIT-Beratung
- Motivierende Gesundheitsgespräche
Es ist bekannt, dass Arbeitslose im Vergleich zu Erwerbstätigen häufiger einen schlechteren Gesundheitsstatus aufweisen. Viele Untersuchungen belegen, dass arbeitslose Menschen weniger gesundheitsbewusst leben, mehr Arztkontakte und längere Krankenhausaufenthalte aufweisen als Berufstätige.
Nicht zuletzt aufgrund der hohen Verbreitung der Arbeitslosigkeit in Deutschland (insbesondere im Ruhrgebiet) und der Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen (Hartz IV), die den Druck auf Arbeitslose spürbar erhöhen, sind Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gerade für die Gruppe der Arbeitslosen dringend geboten.
Gesundheitsförderungsstrategien bei dieser Zielgruppe können allerdings nur erfolgreich sein, wenn sie auf die individuelle Situation und Motivationslage eingehen. Hier gilt es die Selbstverantwortung zu gesundheitsbezogenem Verhalten zu stärken und individuell realistische Strategien und Ziele zu erarbeiten. Demnach wurde mit der FIT-Beratung ein Ansatz zur Steigerung der Motivation zum gesundheitsbezogenen Verhalten bei Arbeitslosen entwickelt.
Der wissenschaftliche Hintergrund der motivierenden Gesundheitsgespräche:
Die methodische Grundlage für die FIT-Beratung ist das "Motivational Interviewing", ein zugleich klientenzentrierter und direktiver Gesprächsführungsstil. Zentrales Merkmal der motivierenden Gesprächsführung ist der Verzicht auf ein konfrontatives Vorgehen: Unentschlossenheit wird nicht direkt als Widerstand, mangelnde Einsicht oder unzureichender Leidensdruck abgewertet, im Vordergrund stehen Einfühlungsvermögen und das Hervorheben der eigenen Stärken.
Darüber hinaus findet das Transtheoretische Modell (TTM) in der FIT-Beratung Berücksichtigung. Aus diesem Modell lassen sich verschiedene Stufen und Prozesse beschreiben, die zur Änderung von Verhalten und der Umsetzung von Verhaltensabsichten beitragen. Verhaltensänderungen können durch einen mehrstufigen Prozess beschrieben und beeinflusst werden.
Ablauf der FIT-Beratung:
In den Gesprächen werden zunächst verschiedene Gesundheitsbereiche thematisiert. Dabei werden neben dem vernünftigen Umgang mit bekannten Risikoverhaltensweisen wie dem Alkoholkonsum, dem Rauchen, der ungesunden Ernährung und mangelnden Bewegung auch der Umgang mit der Arbeitslosigkeit selbst, der zu Stress, Selbstzweifeln bis hin zu depressiven Verstimmungen reichen kann, aber auch Auswirkungen auf das familiäre Zusammenleben hat, besprochen.
Der Erwerbslose erhält in diesem Zusammenhang eine Rückmeldung in Form eines "Gesundheitsprofils" zu den Bereichen Ernährung, Bewegung, Alkohol- und Nikotinkonsum. Daran anschließend werden relevante Themen vertiefend besprochen. Basierend auf der individuellen Motivationslage werden individuelle Strategien entwickelt, die dazu beitragen, die Selbstverantwortung zu gesundheitsbezogenem Verhalten zu stärken und zu unterstützen.
Wichtiges Instrument ist hierbei die Formulierung individueller und realistischer Gesundheitsziele, die von dem Interessierten akzeptiert und als realisierbar eingeschätzt werden.
Dauer der FIT-Beratung:
Bewährt haben sich (mindestens) zwei Gespräche. In dem ersten Gespräch, das durchschnittlich eine Stunde dauert, werden die verschiedenen Gesundheitsbereiche angesprochen und die belastenden Faktoren identifiziert. In dem Gespräch wird daraufhin gemeinsam mit dem Berater oder der Beraterin ein Gesundheitsziel vereinbart und Strategien entwickelt, wie dieses erreicht werden kann.
Das zweite Gespräch dient dazu, Fragen oder Schwierigkeiten, die sich bei der Umsetzung der gesteckten Ziele ergeben zu thematisieren und unterstützend sowie motivierend einzuwirken.
Je nach Gesprächs- und Unterstützungsbedarf sind unter Umständen weitere Termine notwendig.
Wollen auch Sie die FIT-Beratung als motivierendes Gesundheitsgespräch für Ihre Zielgruppe nutzen?
Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.
Persönliche Beratung
Dr. Monique Faryn-Wewel
Telefon 0201/56 596-24
EMail faryn-wewel(at)teamgesundheit.de
