Präventive Bonusprogramme in der betrieblichen Krankenversicherung
Die Evaluation der Bonusprogramme der Betriebskrankenkassen sieht in erster Linie die Erstellung kassenspezifischer Berichte vor. Ein kassenübergreifender Aufbau der Daten bietet weitere wertvolle Auswertungsmöglichkeiten.
Ein solcher Datensatz wurde aus den Informationen von 74 Betriebskrankenkassen erstellt. Diese gemeinsame Datenbasis ermöglicht generalisierte Aussagen über den ökonomischen Nutzen präventiver Bonusprogramme und die spezielle Struktur ihrer Teilnehmenden im BKK System.
Für die Auswertungen wurden Informationen zur Inanspruchnahme anonym mit den Daten zur Bonusteilnahme verknüpft. Anhand dieser Daten können u.a. Rückschlüsse auf Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Arzneimittel gezogen werden, sowie zu den entstandenen Ausgaben für die Krankenkasse.
Die soziodemografischen Informationen und Inanspruchnahmen von Teilnehmenden vor der Einführung des Programms wurden mit denen von Nichtteilnehmenden verglichen.
Die Ergebnisse sprechen für die Prävention:
Zumindest kurzfristig (der Beobachtungszeitraum umfasste drei Jahre) haben Versicherte und Krankenkassen einen Vorteil von Bonusprogrammen, denn ökonomisch betrachtet liefert die Teilnahme einen jährlichen Nutzen von mindestens 129 Euro pro Person. Häufig vermutete Mitnahmeeffekte scheinen dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen. Ein Vergleich im Zeitraum vor der Teilnahme zeigt nur geringe Unterschiede in den Inanspruchnahmen von Kassenleistungen zwischen Teilnehmenden und Nichtteilnehme.nden
Wer nimmt bevorzugt teil?
Insgesamt nutzten nur etwa 1,4% der Versicherten das Angebot ihrer Betriebskrankenkasse. Die präventiven Bonusprogramme wurden dabei stärker von Männern ab 40 und Frauen zwischen 30 und 50 Jahren genutzt. Die Höhe der Schulbildung ist positiv mit der Teilnahmebereitschaft korreliert.
Friedrichs, M, Friedel, H, Bödeker, W. Teinehmerstruktur und ökonomischer Nutzen präventiver Bonusprogramme in der betrieblichen Krankenversicherung. Gesundheitswesen 2009; 71: 623-627.
Informationen zum Projekt
Dr. Heiko Friedel und Michael Friedrichs
Dr. rer. pol.; Diplom-Mathematiker
Telefon 0201/56 596-28
EMail friedel(at)teamgesundheit.de